Diese Anleitung zur Umstellung und Nutzung der Mehrwertsteuersätze untergliedert sich in Allgemeine Informationen für alle IN-FORM-Anwender und zusätzliche modulspezifische Informationen für einzelne Erweiterungen wie OPOS/DATEV, Service, Kasse und die Programme IN-FORM FLEX und IN-FIBU.

Übersicht und Navigation, Stand 29.06.2020:

Haben Sie Fragen in Richtung "Welche Version unterstützt die Änderung der Mehrwertsteuersätze?" oder "Wo bekomme ich ein Update/Unterstützung?" Informieren Sie sich gerne: "Ist mein IN-FORM für eine Anpassung der Mehrwertsteuersätze vorbereitet?"


Einstellungen im Bereich Offene Posten / DATEV-Übergabe

Hinweis: Die nachfolgende Beschreibung ist nur für Anwender relevant, welche in IN-FORM über den Programmteil „DATEV-/FIBU-Schnittstelle“ ihre Buchungen an den Steuerberater oder IN-FIBU übergeben.

Übergeben Sie Ihre Buchungen per DATEV-Übergabe an Ihren Steuerberater, stimmen Sie mit ihm ab, in wie weit bestehende Konten weiter verwendet werden oder neue Konten eingesetzt werden müssen. Für die Verarbeitung von Buchungen mit IN-FIBU müssen je Steuersatz getrennte Konten verwendet werden. Beachten Sie hierzu die Anleitung zu IN-FIBU.

Nach der Erstellung der neuen Mehrwertsteuertabelle mit Gültigkeit ab 01.07.2020 müssen zusätzlich die aktuellen Steuersätze für die entsprechenden DATEV-Steuerschlüssel (Buchungsschlüssel) aktualisiert werden.

  1. Im IN-FORM-Startbild unter [Weitere Funktionen] starten der „Einstellungen/Büroorganisation“ der aktuellen Firma
  2. Einstellungen für Firma > DATEV/FIBU-Übergabe > DATEV-Steuerschlüssel

3. Für die neue Tabelle mit Gültigkeit ab 01.07.2020 sind der volle und ermäßigte Mehrwertsteuersatz anzugeben.

4. Wenn Sie in IN-FORM mit mehreren Firmen arbeiten, ist diese Anpassung für jede Firma vorzunehmen. Dazu melden Sie sich in der entsprechenden Firma an.

Falls neue Konten notwendig sind, legen Sie die neuen Kosten- und Erlöskonten für die neuen Mehrwertsteuersätze in Ihrer Kontenkartei an. Welche Konten Sie mit welchen Einstellungen benötigen, erfragen Sie bei Ihrem Steuerberater.

Die Kontrollkästchen „Automatikkonto“ und „EG-Konto“ kommen bei der DATEV-Übergabe zum Tragen. Die meisten Steuerberater haben die häufig genutzten Kosten- und Erlöskonten als „Automatikkonten“ definiert. Bei diesen Konten soll kein Steuerschlüssel (Buchungsschlüssel) übertragen werden, da dieser von der Software des Steuerberaters anhand des Kontos bestimmt wird. Bitte achten Sie darauf.

Die Einstellungen der Gruppe „Skontobuchungen“ kommen bei Zahlungen mit Skontoabzug zum Tragen. Wenn andere Konten für die reduzierten Mehrwertsteuersätze benutzt werden, müssen für diese Konten die passenden Einstellungen gewählt werden.

Am Stichtag 01.07.2020 ist in der Büroorganisation > Ordner/OPOS> Ordneranpassung in allen Registern mit „Steuer/FIBU-Einstellungen“ das für dieses Register vorzuschlagende Erlöskonto bei Bedarf einzutragen.

  1. Die Voreinstellungen zum Steuertatbestand können unverändert bleiben.
  2. Die Konten müssen in Abstimmung mit dem Steuerberater verändert werden.

Prüfen Sie in Ihren Artikeln und Jumbos, ob eventuell eingetragenen Mehrwertsteuerschlüssel und mögliche Erlöskonten den geänderten Bedingungen ab 01.07.2020 entsprechen. Im einfachsten Fall ist der Mehrwertsteuerschlüssel „Standard“ und es ist kein Erlöskonto eingetragen. Dann besteht auch kein Änderungsbedarf, da alle Artikel den als „Standard“ definierten Mehrwertsteuerschlüssel und das Erlöskonto aus den Kopfdaten eines Schriftstücks verwenden.

Tipp: Falls Sie eine große Anzahl von Artikeln bzw. Jumbos anpassen müssen, können Sie hierzu den Programteil „Änderung für mehrere ausgewählte Artikel“ verwenden.

In der Adressenkartei können zu Adressen Sachkonten gespeichert werden. Diese werden beim Erfassen von Eingangsbelegen benutzt. Welche Konten bei welchen Adressen abzuändern sind, erfragen Sie bei Ihrem Steuerberater.

Wenn Sie nach dem 01.07.2020 ein Schriftstück (z. B. eine Rechnung) für Juni 2020 anlegen, müssen Sie außer dem Belegdatum und der Mehrwertsteuertabelle gegebenenfalls auch die Erlöskonten manuell anpassen.

Sie erstellen eine Schlussrechnung nach dem 01.07.2020.
Darin ist eine ABSCH-Position mit 1 oder mehreren Abschlagszahlungen, von denen mindestens eine vor dem 01.07.2020 erstellt wurde.

Es gilt der Mehrwertsteuersatz zum Belegdatum der Schlussrechnung. Der sich ergebende Mehrwertsteuerbetrag wird innerhalb der ABSCH-Position mit den bereits bezahlten Mehrwertsteuerbeträgen aufgerechnet. Da diese abweichende Mehrwertsteuersätze haben, ergibt sich bei den „offenen Beträgen“ ein Rest-Mehrwertsteuerbetrag, der im Verhältnis zum Rest-Nettobetrag weder 19% noch 16% entspricht. Wenn Sie das gerne vermeiden möchten, müssen Sie eine Teilschlussrechnung oder Schlussrechnung zum 30.06.2020 mit 19% erstellen. Bitte klären Sie das mit Ihrem Steuerberater.

Wenn Sie Buchungssätze für die Finanzbuchhaltung erstellen, sind diese manuell zu bearbeiten.
Eine entsprechende Meldung macht Sie darauf aufmerksam:

Wenn Sie nach dem 01.07.2020 eine Eingangsrechnung für Juni 2020 anlegen, müssen Sie außer dem Belegdatum und dem Steuersatz ggf. auch das Sachkonto manuell anpassen.

Ist für die Adresse einer Eingangsrechnung ein Sachkonto vorgeschlagen, dann wird der mit dem Sachkonto verknüpfte Steuersatz vorgeschlagen. Bitte prüfen Sie diesen Steuersatz direkt bei der Erfassung der Eingangsrechnung.

Grundsätzlich wird empfohlen, durch Vereinfachung der Vorgehensweise wo möglich eine Vermischung der verschiedenen Steuersätze zu vermeiden. Bei Schriftstücken die nur einen Steuersatz enthalten, stellen sich bestimmte Detailfragen erst gar nicht. Denn diese Fragen muss immer der Steuerberater klären.

Zu klären mit dem Steuerberater:

  • Standard Erlös- und Kostenkonten, die immer denselben Steuerschlüssel haben, sollten als „Automatikkonten“ laufen, die in der Finanzbuchhaltung den Steuerschlüssel (=Buchungsschlüssel) von Buchungen selbst bestimmen. (Diese Konten sind in der Kontenkartei von IN-FORM ebenfalls als „Automatikkonto“ zu kennzeichnen.)
  • Das gilt auch für Konten „Erhaltene Anzahlungen“, wobei je Steuerschlüssel ein separates Konto erforderlich ist.
  • Zahlungen mit Skontoabzug werden – je nach Einstellung bei „DATEV-Steuerschlüssel“ – mit Steuerschlüssel übertragen.
  • IN-FORM übergibt das Belegdatum unter der Annahme, dass es gleichzeitig das Leistungsdatum ist. IN-FORM führt kein abweichendes Leistungsdatum.
  • Immer wenn eine Rechnung die Funktion „ABSCH“ und verschiedene Steuersätze enthält, sind die zugehörigen Buchungssätze vom Steuerberater im Detail zu prüfen. Es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten aus Teilrechnungen, Anzahlungen, Skontoabzügen und ihren Steuersätzen. Es gibt auch sehr verschiedene Ansichten was „richtig“ ist. Wenn nach Ansicht Ihres Steuerberaters Korrekturen erforderlich sind, sollten diese Korrekturen direkt in der Finanzbuchhaltung vorgenommen werden. Versuchen Sie bitte nicht, solche Korrekturen durch Manipulation von bereits an die Finanzbuchhaltung übertragenden Schriftstücken zu erreichen. Es würde dadurch vermutlich nicht übersichtlicher werden.

Haben Sie Fragen in Richtung "Welche Version unterstützt die Änderung der Mehrwertsteuersätze?" oder "Wo bekomme ich ein Update/Unterstützung?" Informieren Sie sich gerne: "Ist mein IN-FORM für eine Anpassung der Mehrwertsteuersätze vorbereitet?"